Am Anfang jeder Diagnostik steht das Risiko-Assessment.
Konkret sieht das so aus: Ihr Arzt befragt Sie zu allgemeinen Risikofaktoren wie Ihrem Lebensalter und zu individuellen Risikofaktoren wie Ihrer familiären Veranlagung und Ihren Ernährungsgewohnheiten. Zu den Risikofaktoren zählen im Einzelnen:
Mit zunehmendem Alter nehmen spezielle Risikofaktoren für Stürze und Osteoporose zu. Das liegt unter anderem oft daran, dass Ihre Muskeln altersbedingt schwächer werden und die Knochen an Dichte verlieren.
Je weniger Sie körperlich aktiv sind, desto höher ist das Risiko für Stürze und Knochenbrüche. Dieser Risikofaktor trifft auf viele moderne Dienstleistungsberufe zu, denn dabei handelt es sich in der Regel um sitzende Tätigkeiten. Wer sich nicht zusätzlich regelmäßig bewegt, kann bereits ein erhöhtes Osteoporoserisiko haben.
Wer häufiger hinfällt, hat ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Wenn Sie gestolpert sind oder ein Hindernis übersehen haben, ist die Ursache für die Stürze offensichtlich. Wenn Sie sich aber nicht erklären können, warum Sie gefallen sind, sollten Sie das Problem von Neurologen und Internisten genauer abklären lassen.
Sinkt das Körpergewicht unter ein bestimmtes Maß, verdoppelt sich das Bruchrisiko bei Osteoporose. Ihren Body-Mass-Index (BMI) können Sie selber ganz leicht nach dieser Formel ausrechnen:
BMI = kg Körpergewicht : (Körperlänge in Meter)2. Wenn Sie zum Beispiel 65 Kilogramm wiegen und 1,70 groß sind, dann rechnen Sie 65:1,72 mit dem Ergebnis eines BMI von 22,5. Ein Ergebnis unter 20 sollte Sie aufmerksam werden lassen.
Sind bereits Ihre Eltern von der Osteoporose betroffen, haben Sie ein größeres Risiko als andere Menschen, ebenfalls daran zu erkranken. In diesem Fall kann es bei Ihnen sinnvoll sein, eine abklärende Untersuchung zu veranlassen, auch wenn es bisher noch keinen anderen Hinweis für das Vorliegen einer Osteoporose gibt.
Wer regelmäßig raucht oder früher regelmäßig geraucht hat, beeinträchtigt den Knochenstoffwechsel. Bereits in der Wachstumsphase der Knochen können die Knochenzellen beim Aufbau ihrer Struktur negativ beeinflusst worden sein.
Übermäßiger Alkoholkonsum stört den Knochenstoffwechsel und hemmt die Aktivität der Osteoblasten, also der Zellen, die neues Knochenwachstum bewirken. Als Richtwert gilt die Grenze von 30 Gramm Alkohol pro Tag. Das entspricht etwa zwei bis drei Gläsern Bier. Alkoholkonsum kann – wie auch das Rauchen – schon in der Wachstumsphase zu einem gestörten Knochenaufbau geführt haben.
Frauen mit einer kurzen Östrogenexpositionszeit (späte Menarche, frühe Menopause) haben ein erhöhtes Osteoporoserisiko. Das bedeutet: Je später Frauen die Regelblutung einsetzt und je früher diese mit den Wechseljahren wieder aufhören, desto kürzer wird der Körper dieser Frauen dem Hormon Östrogen ausgesetzt, und desto wahrscheinlicher sind auch negative Auswirkungen auf das Osteoporose-Risiko, denn Östrogen hilft dem Körper bei der Einlagerung von Kalzium, das die Knochen stabilisiert.
Einige Medikamente (wie Neuroleptika und Antidepressiva) machen müde oder beeinträchtigen die Koordination. Jede Multimedikation, also die gleichzeitige Benutzung von vier oder mehr Medikamenten zur selben Zeit, erhöht statistisch gesehen bereits das Sturzrisiko. In diesem Fall ist es sinnvoll, dass Ihr Arzt anhand Ihrer Medikamentenliste Ihr Sturzrisiko regelmäßig einschätzt. Bestimmte Medikamente können auch direkt zu Störungen des Knochenstoffwechsels führen und das Risiko für die Entstehung einer Osteoporose erhöhen.
Überprüfen Sie selbst Ihr Osteoporoserisiko indem Sie hier ganz einfach einen Fragebogen ausfüllen. Wenn Ihre Gesamtpunktzahl 3 oder mehr beträgt, sollte eine weitere Osteoporoseabklärung erfolgen.