Wenn Sie ein erhöhtes Osteoporoserisiko haben, sollten Sie sich genauer klinisch untersuchen lassen.
Folgende Sachverhalte und Symptome können Hinweise dafür sein, dass eventuell eine Osteoporose und ein erhöhtes Sturzrisiko vorliegen:
Frauen haben ein zwei- bis dreimal höheres Risiko für Osteoporose als Männer. Tatsächlich erkranken jedoch auch weit mehr Männer an Osteoporose als vermutet.
Eine Grössenabnahme von mehr als vier Zentimetern gegenüber der Ausgangsgrösse deutet auf eine mögliche Osteoporose hin.
Der Oberkörper beugt sich immer mehr nach vorne. Das Atmen wird dadurch zunehmend erschwert.
Die Verkürzung des Körpers bewirkt manchmal, dass sich der Bauch deutlich vorwölbt. Der Bauchraum bietet dadurch weniger Platz für die Organe darin und schränkt die Atmung zusätzlich ein. Ausserdem klagen Osteoporosepatienten häufiger über funktionelle Magen-Darm-Beschwerden.
Bei Osteoporose können auch Wirbelkörper brechen; dadurch verringert sich der Abstand zwischen dem unteren Rippenbogen und dem Hüftknochen. Das macht sich besonders durch eine eingeschränkte Beweglichkeit des Oberkörpers und durch zusätzliche Schmerzen im Flankenbereich bemerkbar. Eine Verringerung dieses Abstandes um mehr als zwei Zentimeter kann auf eine Wirbelkörperfraktur hinweisen.
Die osteoporotisch bedingte, verstärkte Vorwärtsbeugung (Kyphose) des Oberkörpers behindert die Atmung. Achten Sie deshalb auf wichtige Zeichen wie Kurzatmigkeit.
Verlangsamtes oder gestörtes Denken kann den Gang unsicher werden lassen und kann dadurch zu Stürzen und weiteren Brüchen führen. Ihre kognitiven Fähigkeiten können Sie prüfen. Sehen Sie dafür z. B. auf eine Uhr und zählen Sie die Sekunden, die Sie für folgende Aufgabe benötigen: Nennen Sie alle Monate eines Jahres, aber in umgekehrter Reihenfolge. Normalerweise sollten Sie dafür höchstens 20 Sekunden brauchen.
Auch ein schlechtes Sehvermögen (eine sogenannte Visusminderung) führt zu einem erhöhten Sturzrisiko, weil Betroffene Stolperfallen im Haus und außerhalb des Hauses zu spät erkennen.
Spürt jemand beim Abklopfen entlang der Wirbelsäule einen lokalen Schmerz, so kann das ein Zeichen für einen Bruch eines Wirbelkörpers sein. In diesem Fall sollten Brust- und Lendenwirbelsäule unbedingt mit konventionellen Röntgenaufnahmen in zwei Ebenen untersucht werden.